Reisebericht USA 2017 – Teil 2: San Francisco

Mein ganzes Leben lang hab ich davon geträumt, einmal San Francisco zu besuchen. Das stand ganz oben auf unserer Bucket List. Diesen Sommer sollte es auf unserem Kalifornien-Roadtrip endlich soweit sein. Nach 4 Tagen New York City flogen wir mit Virgin America nach San Francisco – das dauert sage und schreibe 6 1/2 Stunden! Das war uns gar nicht klar, aber schließlich sind die USA ein großes Land und es ging einmal von der Ostküste an die Westküste mit zusätzlichen 3 Stunden Zeitunterschied. Inlandsflüge sind glücklicherweise sehr günstig, selbst wenn es Langstrecke ist. Die Airline selbst ist nur begrenzt empfehlenswert. Man sitzt eng, außer Getränken gibt es trotz der langen Flugzeit nichts Kostenloses zu essen, der Service ist mau und das Bordprogramm möchte auch extra bezahlt werden. Aber sie haben uns sicher transportiert und der Flug war billig, da wollen wir mal nicht meckern.Es war erholsam, nach der Sommerhitze New Yorks ins erfrischende San Francisco zu kommen! Manchmal schon fast zu erfrischend, denn am späteren Nachmittag sollte man besser was zum Überziehen dabei haben. Man hat uns erzählt, dass es Menschen geben soll, die bereist 3,4 Mal in San Francisco waren und noch nie die Golden Gate Bridge gesehen haben. Ist das zu fassen? Der berühmt-berüchtigte Nebel (die San Franciscans nennen ihn `Carl´) hat schon so manchem die (Touri-)Tour vermasselt. Umso glücklicher waren wir, als wir bei strahlendem Sonnenschein dort ankamen! Wir haben die Gelegenheit beim Schopf gepackt und dieser Schönheit gleich einen Besuch abgestattet. Gott sei Dank, denn das Wetter sollte sich noch ändern… Mit Bahn und Bus kommt man übrigens problemlos vom Flughafen in die City und bekommt gleich eine entspannte Stadtrundfahrt dazu (dafür am besten gleich am Flughafen Muni-Tickets kaufen; im 3-Tage-Pass ist sogar das sonst ziemlich teure CableCar-Fahren inklusive). Wir haben die 4 Tage im Lombard Plaza Motel in der 2026 Lombard Street gewohnt. Ein sehr gepflegtes Motel mit Bushaltestelle quasi vor der Tür, so dass man problemlos mit dem Bus überall hin kommt. Und Parkplätze gibt es kostenlos dazu, die sind sonst Mangelware in San Francisco oder unbezahlbar. Unseren Mietwagen haben wir zwar erst am letzten Tag in San Francisco in Empfang genommen, um die Umgebung zu erkunden, aber diese eine Nacht war der kostenlose Parkplatz echt praktisch. 

Was haben wir alles gemacht und gesehen in und um San Francisco?

  • Golden Gate Bridge – es gibt mehrere Aussichtspunkte auf die Brücke, manche sind problemlos mit dem Bus zu erreichen. Einer der schönsten jedoch befindet sich auf der anderen Seite der Bucht in den Marin Headlands. Leider hat uns `Carl´ an unserem letzten Tag in der Stadt, als wir endlich einen Mietwagen hatten, komplett die Sicht versperrt. C´est la vie!
  • Fisherman´s Wharf – eine der Hauptattraktionen. Hat ein bisschen was von einem Jahrmarkt am Hafen. Ich fand´s schön, aber meine Männer waren eher mittelmäßig begeistert. Toll sind natürlich die Seelöwen am Pier 39, die sich dort auf den Anlegestellen niedergelassen haben. Die meisten ziehen in den Sommermonaten nach Süden zur Aufzucht ihrer Jungen, aber eine kleine Population bleibt im Hafen und scheint die Aufmerksamkeit der Touristen regelrecht zu genießen.
  • Alcatraz – die Gefängnisinsel gehört zum Pflichtprogramm! Tickets sollten aber rechtzeitig vorher gebucht werden (3 Monate im Voraus werden sie zur Buchung freigegeben). Wir haben die Early Bird-Tour gemacht, die erste des Tages um 8:45h, so war es auf der Insel noch nicht so voll. Unser absolutes Highlight in San Francisco! Die Audio-Tour ist so gut gemacht, dass man eine 3/4 Stunden wie gebannt lauscht und durch das Gefängnis bummelt – sowas von spannend! Außerdem ist die Insel landschaftlich wunderschön, das sollte man auf keinen Fall verpassen.
  • Segway Tour – wir hatten schließlich Teenager dabei, die was erleben wollten ;-)). Wir haben die 3-stündige Tour bei citysegwaytours.com gebucht und es nicht bereut! Ich hatte ganz schön Schiss vorher, aber die Dinger sind nach einer kurzen Eingewöhnungszeit wirklich nicht schwer zu fahren (nicht, dass ich mich nicht als Einzige auch mal langgemacht hätte…wie peinlich, aber die Straßen sind in SF auch besonders steil *hüstel*, ist aber nix passiert). In unserer Gruppe waren wir die einzigen Touristen, der Rest der Gruppe waren einheimische Freunde, die die Tour als Hochzeitsgeschenk verschenkt hatten. So haben wir als große Plus auch noch jede Menge Geschichten aus SF zu hören bekommen!
  • Alamo Square – jeder meiner Generation, der als Kind die Serie `Full House´gesehen hat, kennt den Alamo Square aus der Eingangsszene mit den wunderschönen viktorianischen bunten Häusern. Da muss man natürlich auch mal hin, auch wenn man dann feststellt, dass es rundherum gar nicht so idyllisch aussieht. Aber die Häuser sind trotzdem toll und tatsächlich bewohnt.
  • Ferry Building Market Place – ein riesiger überdachter Marktplatz mit lauter kleinen Geschäften und Produkten aus lokalem Anbau. Ein Fest für alle, die gern essen und trinken.
  • Cable Car – man war nicht wirklich in San Francisco, wenn man nicht Cable Car gefahren ist! Es gibt insgesamt 3 Linien; eine davon (die Powell/Hyde-Linie) ist hoffnungslos überlaufen und die Schlangen sind so lang, dass man gut und gerne 2 Stunden anstehen kann. Wir haben uns deshalb für die California Line entschieden, deren Einstiegspunkt gleich gegenüber des Ferry Buildings in der California Street liegt. Dort warteten kaum Leute und wir konnten tolle Plätze im Cable Car ergattern (und ja, ich hab mich auch mal rausgehängt und gefilmt; ganz schön abenteuerlich, wenn man bedenkt, dass man da so gar nicht gesichert ist).
  • China Town – die California Line fährt praktischerweise an China Town vorbei. Man taucht in eine andere Welt ein, in der praktisch alles nur noch auf Chinesisch geschrieben steht. Aber es war auch ganz schön voll.
  • Lombard Street – angeblich die krummste Straße der Welt und bestimmt eine der steilsten. Dieses kleine Stück der Lombard Street ist berühmt für ihren geschlängelten Verlauf; die mussten wir natürlich an unserem letzen Tag dort mit unserem Mietwagen auch mal fahren und haben echt Nerven gelassen. Aber der Blick von oben runter auf den weiteren Verlauf der Straße, die Stadt und das Meer ist einfach unbezahlbar!
  • Berkeley – über die Oakland Bay Bridge kommt man nach Berkeley, der Universitätsstadt. Der Campus ist nobel und super gepflegt, kein Wunder bei Studiengebühren von etwa 55000$ pro Semester. Vom Ufer aus hat man eine tolle Sicht auf San Francisco.
  • Sausalito – das kleine Städtchen nördlich der Bay von San Francisco hat nicht nur tolle Aussichtspunkte auf die Brücke, sondern ist auch für seine Hausbootkolonien bekannt. Ich hätte mal direkt in so ein schnuckeliges schwimmendes Häuschen einziehen können! Vorsicht beim Überqueren der Golden Gate mit dem Auto: stadteinwärts muss man eine Maut bezahlen, die man nicht in bar entrichten kann. Bis zu 2 Tage nach der Überquerung kann man die Gebühr unter Angabe des Kennzeichens online per Kreditkarte bezahlen. Wir haben leider nur `Carl-Suppe´ beim Überqueren gesehen. Umso glücklicher waren wir über die ersten zwei Tage Sonnenschein, in denen wir die GoldenGate in voller Schönheit bewundern konnten, wenngleich auch noch ohne Mietwagen nur aus der Ferne.
  • 49-mile-scenic-drive – eine Route zu den schönsten Plätzen San Franciscos mit dem Auto (eine Karte ist im Visitor Information Center zu bekommen, man findet den Weg aber auch problemlos mit Google Maps). Leider hat uns das Wetter diese an sich wunderschöne Tour im wahrsten Sinne des Wortes `vernebelt´; auf dem Hügel Twin Peaks war die eigene Hand vor Augen kaum noch zu sehen. Kann passieren in SF!

Puh, ist überhaupt noch jemand da von euch? Sorry für den langen Text, jetzt kommen endlich Fotos und auch ein paar Restaurant-Tipps! Die letzten zwei Fotos zeigen Nebel `Carl´, wie er vor Sausalito um die Golden Gate Bridge wabert und ganz besonders reizend der Blick von der Bank, von der man die Brücke angeblich am allerschönsten sehen kann. Nun denn, das war wohl ein Satz mit X . Wie Sie sehen, sehen Sie nix.

Nun aber zu den Restaurant-Tipps; es gilt dasselbe wie für New York, wir haben eher low budget gegessen:

  • In ´n Out Burger – für viele ein alter Hut, für uns eine Neuentdeckung und kleine Sensation. Wir haben selten so leckere Burger für so schmales Geld gegessen. 
  • Lou´s Fishshack (300 Jefferson Street) – gute Fischküche zu gerade noch akzeptablen Preisen. Nur ein Pfützchen Weißwein war mit mind. 8$ pro Pfütze wie eigentlich überall unverschämt teuer. Man darf nicht vergessen, dass immer noch Tax und etwa 20% Tip obendrauf kommen.
  • Hog Oyster Company – im Ferry Building angesiedelt; sehr stylische und coole Location, auch nicht soooo low budget, aber noch akzeptabel. Wir wissen allerdings jetzt, dass ich Austern auch frittiert nicht mag und dass die berühmte Clam Chowder eine sahnige Kartoffel-Lauch-Suppe mit Muscheln ist, aber gar nicht so recht nach Muscheln schmeckt. Lecker war sie trotzdem!
  • Acme Bread – auch im Ferry Building; kein Restaurant, aber der genialste Ort, um richtig richtig leckeres Brot zu kaufen
  • Ghirardelli (900 North Point St.) – auch kein Restaurant, aber soooo leckeres Eis. Die Schlangen sind lang, aber die Wartezeit wird den Kunden mit dem Verteilen kostenloser Schokotäfelchen versüsst.  Das Eis ist ausgesprochen teuer, aber so üppig, dass das locker als Hauptmahlzeit durchgeht.
  • Skates On The Bay (100 Seawall Dr, Berkeley) – toll gelegenes Restaurant direkt an der Bay mit einem tollen Blick auf San Francisco; das Essen ist gut, aber nicht überragend; man zahlt hier natürlich für die Lage. Das Lokal ist am Sonntag voll mit einheimischen Familien. Am besten vorher online reservieren.

Wer auch immer bis hierhin durchgehalten hat: danke fürs Lesen! Im nächsten Post geht es über das Silicon Valley auf den Highway No.1 die Westküste hinunter bis Los Angeles. Schaut gerne wieder vorbei, wenn ihr Lust habt!

Liebe Grüße, Dina

Veröffentlicht in Reise

8 Gedanken zu “Reisebericht USA 2017 – Teil 2: San Francisco

  1. Super-da ich vor langer, langer Zeit auch schon dort war, war das sehr interessant zu lesen. Die Bilder sind toll sowohl die Aufnahmen als auch die Qualität-freue mich auf den nächsten post.

    LG
    Rosa

    1. Danke, liebe Rosa! Ich nutze jede freie Minute für die Fotos, damit es ganz schnell weitergeht mit dem Reisebericht. Ist ein bisschen wie nochmal in Gedanken verreisen! LG Dina

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